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Digitale Barrierefreiheit: Globale Gesetze, Normen und Standards

Digitale Barrierefreiheit ist heute weit mehr als eine technische Empfehlung – sie ist eine weltweite rechtliche Anforderung. Je nachdem, in welchem Markt Ihr Unternehmen agiert oder welche Zielgruppen Sie ansprechen, greifen unterschiedliche nationale und internationale Vorschriften. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Regulierungen für Europa, Nordamerika und den globalen Markt zusammengefasst. Erfahren Sie hier, welche Standards für Ihre Website relevant sind.

Europa und Deutschland (Die Basis für 2026)

EAA – European Accessibility Act

Die Richtlinie (EU) 2019/882 ist der europäische Rahmen für Barrierefreiheit. Der EAA harmonisiert die Anforderungen innerhalb der EU und stellt sicher, dass wichtige Produkte und Dienstleistungen – vom Bankwesen bis zum E-Commerce – für alle Bürger zugänglich sind. Er ist die Mutter-Richtlinie des deutschen BFSG. Weitere Informationen

BFSG – Barrierefreiheitsstärkungsgesetz

Das BFSG ist die deutsche Umsetzung des EAA. Seit dem 28. Juni 2025 müssen private Wirtschaftsakteure in Deutschland sicherstellen, dass ihre digitalen Angebote barrierefrei sind. Dies betrifft insbesondere Online-Shops und Dienstleistungsportale im B2C-Sektor. Weitere Informationen

BGG – Behindertengleichstellungsgesetz

Das BGG ist das fundamentale Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Es bildet die gesetzliche Grundlage für die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in der digitalen Verwaltung des Bundes (umgesetzt durch die BITV 2.0). Weitere Informationen

BehiG – Behindertengleichstellungsgesetz (Schweiz)

In der Schweiz regelt das BehiG, dass Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligt werden dürfen. Für Webseiten bedeutet dies, dass Dienstleistungen des Staates und zunehmend auch privater Anbieter barrierefrei zugänglich sein müssen, wobei die Schweiz sich eng an internationalen Standards orientiert. Weitere Informationen

Equality Act 2010 (Großbritannien)

Der Equality Act 2010 ist das zentrale Antidiskriminierungsgesetz im Vereinigten Königreich. Er verpflichtet Organisationen und Unternehmen dazu, „angemessene Anpassungen“ vorzunehmen, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen nicht beim Zugang zu Informationen oder Dienstleistungen benachteiligt werden. Weitere Informationen

Nordamerika und Ozeanien (Internationaler Markt)

ADA – Americans with Disabilities Act (USA)

Der ADA ist das weitreichendste Gesetz der USA zur Barrierefreiheit. Title III des ADA wird von US-Gerichten zunehmend so interpretiert, dass auch kommerzielle Websites als „öffentliche Plätze“ gelten und somit barrierefrei sein müssen, um Diskriminierung zu vermeiden. Weitere Informationen

Section 508 – Rehabilitation Act (USA)

Die Section 508 verpflichtet US-Bundesbehörden dazu, ihre Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen. Sie ist der maßgebliche Standard für alle Unternehmen, die als Zulieferer für US-Behörden fungieren möchten. Weitere Informationen

Section 255 (USA)

Die Section 255 des Communications Act konzentriert sich speziell auf Telekommunikationsgeräte und -dienste. Sie stellt sicher, dass Telefonie, Videotelefonie und Voicemail-Dienste so gestaltet sind, dass sie von Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen genutzt werden können. Weitere Informationen

AODA – Accessibility for Ontarians with Disabilities Act (Kanada)

Das AODA ist eines der fortschrittlichsten Gesetze Kanadas. Es verpflichtet Organisationen in Ontario (ab einer bestimmten Größe), ihre Websites gemäß den WCAG-Standards barrierefrei zu gestalten. Verstöße können hier zu massiven täglichen Bußgeldern führen. Weitere Informationen

DDA – Disability Discrimination Act (Australien / Kanada)

In Australien (und ähnlich im kanadischen ACA) verbietet der DDA die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen. Dies schließt den digitalen Zugang zu Webseiten und Online-Diensten ausdrücklich mit ein. Weitere Informationen

Technische Standards und globale Normen

WCAG – Web Content Accessibility Guidelines

Die WCAG sind das technische Fundament aller oben genannten Gesetze. Sie definieren weltweit, was „barrierefrei“ im Netz bedeutet. Fast alle nationalen Gesetze verweisen auf die WCAG-Erfolgskriterien als Maßstab für rechtliche Konformität. Weitere Informationen

EN 301 549 – Die europäische Norm

Die EN 301 549 ist der europäische Standard für digitale Barrierefreiheit. Sie harmonisiert die Anforderungen für Webseiten, Apps und Software innerhalb der EU und dient als technische Richtlinie für die Einhaltung des EAA und des BFSG. Weitere Informationen

ISO 30071-1 – Internationaler Code of Practice

Die ISO 30071-1 ist ein prozessorientierter Standard. Er beschreibt, wie Organisationen Barrierefreiheit dauerhaft in ihre Arbeitsabläufe und die Entwicklung von IKT-Produkten integrieren können, um langfristige Inklusion zu gewährleisten. Weitere Informationen

ARIA – Accessible Rich Internet Applications

ARIA (oder WAI-ARIA) ist kein Gesetz, sondern ein technischer Standard des W3C. Er bietet eine Reihe von Attributen, die komplexen Webinhalten und Web-Anwendungen hinzugefügt werden können, um deren Zugänglichkeit für Screenreader-Nutzer drastisch zu verbessern. Weitere Informationen