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Barrierefreiheitsgesetz verstehen: Was Sie über das BFSG 2026 wissen müssen

Gesetzestexte sind oft trocken und schwer verständlich. Doch hinter sperrigen Namen wie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verbirgt sich eine klare Mission: Das Internet soll für alle Menschen gleichermaßen nutzbar sein. Im Jahr 2026 ist die Zeit des Abwartens vorbei – das Gesetz ist in voller Kraft. Wir schlüsseln für Sie auf, was das konkret für Ihr Business bedeutet, ohne dass Sie ein Jurastudium benötigen.

Das „Einmaleins“ der rechtlichen Grundlagen

Es gibt drei Begriffe, die Ihnen immer wieder begegnen werden. Hier ist die einfache Übersetzung:

  • WCAG (Web Content Accessibility Guidelines): Das ist der weltweite „Bauplan“ für barrierefreie Webseiten. Fast alle Gesetze beziehen sich auf diesen Standard.

  • BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz): Das deutsche Gesetz, das private Unternehmen (vor allem im E-Commerce) zur Barrierefreiheit verpflichtet.

  • BITV 2.0: Die Verordnung, die speziell für öffentliche Stellen und Behörden in Deutschland gilt.

Die vier Säulen der Barrierefreiheit (Das POUR-Prinzip)

Die Gesetze verlangen, dass eine Website vier grundlegende Prinzipien erfüllt. Man nennt sie das POUR-Prinzip. Wenn Sie diese verstehen, verstehen Sie das Gesetz:

  1. Wahrnehmbarkeit (Perceivable): Informationen dürfen nicht nur für ein Sinnesorgan (z. B. nur das Auge) vorhanden sein. Beispiel: Ein Bild braucht einen Alt-Text für Blinde.

  2. Bedienbarkeit (Operable): Jeder muss die Seite steuern können. Beispiel: Wer keine Maus nutzen kann, muss mit der Tastatur navigieren können (Stichwort: Fokusrahmen).

  3. Verständlichkeit (Understandable): Die Inhalte und die Bedienung müssen klar sein. Beispiel: Keine komplizierte Fachsprache oder verwirrende Menüs. Hier helfen Tools wie der Dyslexie-Modus oder die Lese-Maske.

  4. Robustheit (Robust): Die Seite muss auf allen Geräten und mit Hilfsmitteln (wie Screenreadern) stabil funktionieren.

Was bedeutet „Konformitätslevel AA“?

In den meisten Gesetzen (auch im BFSG 2026) wird das Level AA gefordert. Es ist die „goldene Mitte“:

  • Level A: Mindestanforderungen (oft nicht ausreichend).

  • Level AA: Der gesetzliche Standard für Unternehmen und Behörden. Er deckt die wichtigsten Barrieren für die Mehrheit der Nutzer ab.

  • Level AAA: Höchste Stufe (oft nur für spezialisierte Seiten notwendig).

Wichtig für 2026: Wer Level AA nicht erreicht, riskiert Bußgelder und Abmahnungen. Eine erste Einschätzung Ihres aktuellen Stands liefert Ihnen unser WCAG-Analyser.

Wer kontrolliert das eigentlich?

Die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer prüfen die Einhaltung des Gesetzes. Dabei geht es nicht nur um die technische Umsetzung, sondern auch um die Barrierefreiheitserklärung. Diese muss auf Ihrer Website leicht auffindbar sein und den aktuellen Stand dokumentieren. Unser Statement-Generator hilft Ihnen dabei, diese Pflicht unkompliziert zu erfüllen.

Handeln statt Abwarten Das Gesetz mag kompliziert klingen, aber die Umsetzung muss es nicht sein. Starten Sie mit unserer Checkliste digitale Barrierefreiheit und finden Sie heraus, welche Schritte als Nächstes für Ihre Website anstehen. Barrierefreiheit ist kein Hindernis, sondern eine Chance für mehr Reichweite und bessere SEO.