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Barrierefreiheit als Rankingfaktor: Wie Accessibility die Sichtbarkeit bei Google verbessert

16. Dezember 2025 · Rüdiger Zirks

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Barrierefreiheit im Web wird häufig als rein soziales oder gesetzliches Thema betrachtet. Doch Accessibility ist weit mehr als das: Sie wirkt sich direkt auf User Experience, technische Qualität und Suchmaschinenoptimierung (SEO) aus. Immer mehr Anzeichen deuten darauf hin, dass barrierefreie Websites langfristig bessere Rankings erzielen – auch wenn Google Barrierefreiheit nicht explizit als einzelnen Rankingfaktor benennt.

In diesem Artikel erfährst du, warum Accessibility SEO stärkt, welche Faktoren besonders relevant sind und wie du Barrierefreiheit gezielt für bessere Sichtbarkeit bei Google nutzen kannst.


Was bedeutet Barrierefreiheit im SEO-Kontext?

Barrierefreiheit (Web Accessibility) bedeutet, dass Websites von allen Menschen genutzt werden können – unabhängig von Einschränkungen wie Seh-, Hör-, Motorik- oder kognitiven Beeinträchtigungen.

Im SEO-Kontext geht es dabei vor allem um:

  • klare, semantische HTML-Strukturen

  • verständliche Navigation und Inhalte

  • gute Lesbarkeit und Kontraste

  • vollständige Tastaturbedienbarkeit

  • korrekte Nutzung von Textalternativen (Alt-Texte)

All diese Punkte überschneiden sich stark mit den Kriterien, die Google zur Bewertung von Websites nutzt.


Ist Barrierefreiheit ein offizieller Rankingfaktor bei Google?

Kurz gesagt: Nein – aber indirekt ja.

Google nennt Barrierefreiheit nicht explizit als einzelnen Rankingfaktor. Allerdings bewertet Google Websites anhand zahlreicher Signale, die direkt durch barrierefreie Maßnahmen verbessert werden, darunter:

  • Nutzerfreundlichkeit (UX)

  • Struktur und Verständlichkeit von Inhalten

  • Crawlbarkeit und Indexierung

  • Verweildauer und Interaktion

  • technische Qualität der Website

Barrierefreiheit wirkt also als Multiplikator für bestehende Rankingfaktoren.


Warum barrierefreie Websites bessere Rankings erzielen können

1. Semantisches HTML verbessert das Crawling

Barrierefreie Websites nutzen sauberes, semantisches HTML:

  • <nav> für Navigation

  • <main> für Hauptinhalte

  • <header>, <footer>, <section> und <article>

Diese Struktur hilft Screenreadern – und ebenso den Google-Crawlern –, Inhalte besser zu verstehen und richtig einzuordnen. Das Ergebnis: präzisere Indexierung und bessere Relevanzbewertung.


2. Verständliche Inhalte = bessere Nutzersignale

Barrierefreiheit fördert:

  • klare Sprache

  • logische Überschriftenhierarchien

  • kurze Absätze

  • eindeutige Linktexte

Diese Faktoren verbessern die Lesbarkeit für alle Nutzer:innen und führen häufig zu:

  • längerer Verweildauer

  • geringerer Absprungrate

  • höherer Interaktion

Solche positiven Nutzersignale wirken sich nachweislich auf die SEO-Performance aus.


3. Alt-Texte und Medienzugänglichkeit stärken die Sichtbarkeit

Barrierefreie Websites verwenden aussagekräftige Alt-Texte für Bilder. Diese sind entscheidend für:

  • Screenreader-Nutzer:innen

  • die Bildersuche von Google

  • das thematische Verständnis einer Seite

Richtig eingesetzte Alt-Texte verbessern somit sowohl Accessibility als auch organische Reichweite.


4. Mobile Usability und Core Web Vitals

Barrierefreiheit und Mobile Usability gehen Hand in Hand:

  • ausreichend große Klickflächen

  • klare Navigation

  • gute Kontraste

  • verständliche Inhalte

All das verbessert die Nutzererfahrung auf mobilen Geräten – ein zentraler Rankingfaktor seit Googles Mobile-First-Indexierung. Zudem zahlen barrierefreie Strukturen oft positiv auf die Core Web Vitals ein.


5. Bessere interne Verlinkung

Barrierefreie Navigation setzt auf:

  • sprechende Linktexte

  • konsistente Menüführung

  • Breadcrumbs

  • logische Seitenhierarchien

Diese Maßnahmen erleichtern Nutzer:innen die Orientierung und verbessern gleichzeitig die interne Linkstruktur, ein wichtiger SEO-Hebel für Crawling und PageRank-Verteilung.


Barrierefreiheit zahlt auf E-E-A-T ein

Google bewertet Websites zunehmend nach den Kriterien Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness (E-E-A-T).

Barrierefreie Websites vermitteln:

  • Professionalität

  • Verantwortungsbewusstsein

  • Nutzerzentrierung

  • hohe Qualitätsstandards

Gerade in sensiblen Bereichen (z. B. Gesundheit, Finanzen, öffentliche Informationen) kann Accessibility das Vertrauen von Nutzer:innen und Suchmaschinen stärken.


Typische Accessibility-Maßnahmen mit SEO-Impact

Maßnahme SEO-Vorteil
Semantisches HTML Besseres Crawling & Verständnis
Alt-Texte für Bilder Mehr Sichtbarkeit & Kontext
Logische Überschriften Klare Content-Struktur
Tastaturbedienbarkeit Bessere UX
Klare Navigation Stärkere interne Verlinkung
Verständliche Sprache Längere Verweildauer
Gute Kontraste Mobile & visuelle Usability

Accessibility als Wettbewerbsvorteil

Viele Websites erfüllen Accessibility-Standards bislang nur unzureichend. Wer frühzeitig in barrierefreie Strukturen investiert, profitiert von:

  • besseren Rankings

  • höherer Nutzerzufriedenheit

  • rechtlicher Absicherung

  • größerer Reichweite

  • positiver Markenwahrnehmung

Barrierefreiheit ist damit nicht nur ein ethischer Faktor, sondern ein strategischer SEO-Vorteil.


Fazit: Barrierefreiheit ist kein Extra – sondern modernes SEO

Auch wenn Google Barrierefreiheit nicht als einzelnen Rankingfaktor ausweist, ist ihr Einfluss auf die Sichtbarkeit eindeutig. Accessibility verbessert genau jene Aspekte, die Google bewertet: Struktur, Nutzerfreundlichkeit, Qualität und Vertrauen.

Wer heute barrierefrei denkt, rankt morgen besser.