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Barrierefreiheit und WordPress: So wird dein CMS inklusiv, rechtssicher und leistungsstark

18. Dezember 2025 · Rüdiger Zirks

Barrierefreie navigation der umfassende leitfaden fur websites

WordPress ist das weltweit meistgenutzte Content-Management-System – und damit auch ein zentraler Hebel für digitale Barrierefreiheit. Doch viele WordPress-Websites sind trotz moderner Themes und Plugins nicht barrierefrei. Dabei lassen sich Accessibility-Standards mit WordPress vergleichsweise einfach umsetzen – wenn man weiß, worauf es ankommt.

In diesem Artikel erfährst du, wie barrierefrei WordPress wirklich ist, welche typischen Stolperfallen es gibt und wie du deine Website nachhaltig WCAG-konform, nutzerfreundlich und SEO-stark machst.


Ist WordPress von Haus aus barrierefrei?

Die kurze Antwort: teilweise.

WordPress selbst legt großen Wert auf Accessibility. Der Core folgt weitgehend den WCAG-Richtlinien, und es gibt ein eigenes Accessibility-Team, das kontinuierlich an Verbesserungen arbeitet. Das bedeutet:

✔ semantisches HTML im Core
✔ gut zugänglicher Admin-Bereich
✔ Screenreader-freundliche Strukturen

Aber:
Die tatsächliche Barrierefreiheit einer WordPress-Website hängt maßgeblich ab von:

  • dem verwendeten Theme

  • installierten Plugins

  • erstellten Inhalten

  • individuellen Anpassungen


Die größten Accessibility-Probleme bei WordPress-Websites

Viele Barrieren entstehen nicht durch WordPress selbst, sondern durch falsche Entscheidungen oder fehlendes Wissen.

Typische Probleme sind:

  • nicht barrierefreie Themes

  • Navigationen ohne Tastaturbedienbarkeit

  • fehlende oder falsche Alt-Texte

  • unklare Überschriftenhierarchien

  • nicht zugängliche Formulare

  • Slider und Pop-ups ohne ARIA-Unterstützung

Die gute Nachricht: Fast alle diese Probleme lassen sich beheben.


Barrierefreie WordPress-Themes: Darauf solltest du achten

Ein Theme ist das Fundament deiner Website. Für barrierefreies WordPress gilt:

Wichtige Kriterien für Accessibility-Themes

  • sauberes, semantisches HTML

  • vollständige Tastaturbedienbarkeit

  • sichtbare Fokuszustände

  • ausreichende Farbkontraste

  • logische Überschriftenstruktur

  • barrierefreie Navigation

Tipp: Im WordPress-Theme-Verzeichnis gibt es den Filter „Accessibility Ready“. Dieser ist ein guter Startpunkt – ersetzt aber keine manuelle Prüfung.


Plugins: Helfer oder Barriere?

Plugins erweitern WordPress – können aber auch neue Barrieren schaffen.

Positive Beispiele

  • Form-Plugins mit korrekten Labels

  • SEO-Plugins mit strukturierter Datenunterstützung

  • Caching-Plugins für bessere Ladezeiten

Kritische Plugin-Typen

  • Slider und Animationen

  • Cookie-Banner ohne Tastatursteuerung

  • Page-Builder mit schlechter Semantik

Grundregel:
Jedes Plugin sollte auf Barrierefreiheit geprüft werden – besonders interaktive Elemente.


Barrierefreie Inhalte in WordPress erstellen

Selbst das beste Theme hilft nicht, wenn die Inhalte nicht barrierefrei sind.

Best Practices für Redakteur:innen

  • Überschriften korrekt hierarchisch verwenden (H1–H6)

  • aussagekräftige Linktexte statt „hier klicken“

  • Alt-Texte für alle relevanten Bilder

  • einfache, verständliche Sprache

  • kurze Absätze und klare Listen

  • Tabellen nur für Daten, nicht fürs Layout

WordPress unterstützt diese Anforderungen technisch – sie müssen nur bewusst genutzt werden.


Barrierefreie Formulare mit WordPress

Formulare sind häufige Conversion-Hürden.

Achte auf:

  • korrekt verknüpfte <label>-Elemente

  • verständliche Fehlermeldungen

  • klare Pflichtfeldkennzeichnung

  • vollständige Tastaturbedienbarkeit

  • ausreichend große Klickflächen

Viele Form-Plugins lassen sich barrierefrei konfigurieren – aber nur mit den richtigen Einstellungen.


SEO-Vorteile barrierefreier WordPress-Websites

Barrierefreiheit zahlt direkt auf SEO ein:

  • bessere Crawlbarkeit durch semantisches HTML

  • verständlichere Inhalte für Suchmaschinen

  • bessere interne Verlinkung

  • positive Nutzersignale

  • bessere Mobile Usability

WordPress bietet dafür die ideale Basis – wenn Accessibility von Anfang an mitgedacht wird.


Testing & Tools für barrierefreies WordPress

Automatisierte Tools helfen beim Einstieg:

  • Lighthouse

  • axe

  • WAVE

Doch wichtig:
Echte Barrierefreiheit braucht manuelle Tests, z. B.:

  • Tastaturtests

  • Screenreader-Tests

  • Tests mit echten Nutzer:innen


Barrierefreiheit, Recht & WordPress

Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und den WCAG-Standards wird Accessibility auch für viele private Unternehmen verpflichtend. WordPress-Websites sollten daher nicht nur optisch, sondern auch rechtlich zukunftssicher sein.


Fazit: WordPress ist ideal für barrierefreie Websites – mit dem richtigen Ansatz

WordPress bietet eine hervorragende Grundlage für barrierefreie Websites. Entscheidend ist nicht das CMS selbst, sondern wie es genutzt wird.

Wer:

  • barrierefreie Themes wählt

  • Plugins bewusst einsetzt

  • Inhalte korrekt erstellt

  • Accessibility testet

schafft eine Website, die:
✔ inklusiv
✔ SEO-stark
✔ nutzerfreundlich
✔ rechtssicher
✔ conversion-optimiert

ist.